Tourismusinformationszentrum des Bezirks Ignalina

Wasserversorgungsturm des Bahnhofs Ignalina

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Die Wassertürme aus der zaristischen Eisenbahnzeit zeichnen sich vor allem durch ihre interessante Bauweise aus. Sie waren in erster Linie hydraulische Bauwerke und äußerst wichtige Bestandteile der Eisenbahninfrastruktur. Hier wurde das für die Dampflokomotiven benötigte Wasser aus dem nächstgelegenen Gewässer entnommen. Lag der Turm weit entfernt von einem geeigneten Zugang, nutzte man Wassersäulen, in die das Wasser aus einem Reservoir (dem sogenannten Turm) floss. Die Wasserversorgungsanlage wurde abseits des Turms errichtet und erforderte ständige Wartung. Daher befand sich üblicherweise auch ein Wohnhaus für die Angestellten neben dem Pumpwerk.

Wassertürme sind besondere Sehenswürdigkeiten der Bahnhöfe. Leider haben nicht alle Bahnhöfe den Zweiten Weltkrieg überstanden, doch die Einwohner von Ignalina und Dūkštas können dieses erhaltene Stück Geschichte bewundern. Die Türme zeichnen sich durch ihre imposante, vertikale Form aus; sie waren einst recht hoch und gut sichtbar. Ihre Architektur wird von Steinfundamenten, einem unteren Mauerwerk und einem oberen Holzsockel geprägt, in dem das Wasserreservoir untergebracht ist. Die Holzschnitzereien sind ausdrucksstark verziert. Unter den erhaltenen Exemplaren lassen sich zwei Typen von Wassertürmen aus der Zarenzeit besonders gut unterscheiden: größere in Form eines länglichen Achtecks und kleinere in Form eines regelmäßigen Achtecks.

Der Bahnhof Ignalina besaß einen gemauerten, mit Blech verkleideten Wasserturm, von dem aus die Wasserversorgung verlief. Das Wasser floss durch die Leitung zu einem hydraulischen Hahn am Ende des zweiten Bahnsteigs auf der St. Petersburger Seite. Der Turm diente ursprünglich der Befüllung von Dampflokomotiven und versorgte später auch benachbarte Häuser mit Wasser. Der sechseckige Wasserturm des Bahnhofs Ignalina wurde um 1862 erbaut, hatte zwei Stockwerke und einen Wassertank. Das Erdgeschoss war aus Ziegeln und mit Bogenöffnungen versehen. Das Obergeschoss war aus Holz, etwas größer als das Erdgeschoss und beherbergte den Wassertank. Man erreichte es über eine Leiter durch eine kleine Tür. Solche Türme wurden nach typischen Bauplänen errichtet. Der Wasserturm ist bis heute erhalten. Ein solcher Turm konnte 51 Kubikmeter Wasser pro Tag liefern. Die Dampflokomotiven wurden aus einem See befüllt, der über eine Rohrleitung mit dem Pumpwerk verbunden war. Das Wohnhaus des Pumpwerksleiters befand sich neben dem Pumpwerk. Später, als die Dampflokomotiven durch sparsamere Diesellokomotiven ersetzt wurden, benötigte man keine Wassertürme mehr. Der Wasserturm des Bahnhofs Ignalina ist im Register der Kulturgüter eingetragen (KVR-Nummer 21300).

Information aktualisiert am 2026-01-12

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